Montag, 30. Juni 2014

„Berater/-innen für Ehrenamt“ … Was heißt denn hier Beratung? - Eine kleine Einführung zu Beratungsansatz und Beratungsverständnis


Seit diesem Jahr gibt es im DRK Sachsen „Berater/-innen für Ehrenamt“. Aktuell gibt es neben dem Projektteam des Landesverbandes 12 Berater/-innen aus 12 unterschiedlichen Kreisverbänden.

Da aufgrund der aktuellen Ausschreibung des zweiten Ausbildungsganges „Berater/-innen für Ehrenamt“ viele Menschen im DRK wissen möchten, was, wen und wie denn die ausgebildeten Berater/-innen letztendlich beraten, hier ein kleiner Überblick zu Beratungsansatz und Beratungsverständnis.

Der Beratungsansatz der während der Ausbildung und in der praktischen Projektarbeit verfolgt wird, ist ein systemischer, geprägt von folgenden Grundannahmen:
  • Für erfolgreiche Beratung ist immer die Sicht auf das „Ganze“ notwendig.
  • Die Beratung konzentriert sich auf Lösungen nicht auf die Suche nach „Schuldigen“.
  • Für jede Situation gibt es mehrere Perspektiven. Veränderte Sichtweisen bergen oft schon Lösungsansätze.
  • Es ist weniger wichtig, wie Menschen sind, sondern wie sie sich verhalten. Für ihr Verhalten gibt es (meist) gute Gründe. Hier bieten sich Veränderungsmöglichkeiten.
  • Eine passende Lösung findet nicht der/die Berater/in, sondern der/die Beratene selbst.

In den praktischen DRK-Alltag übersetzt, heißt das:

1.   Wir als Berater/-innen verstehen uns als „(Prozess-)Begleiter/-innen“, die andere Aktive im DRK (Einzelpersonen oder Gruppen) bei ihrer je eigenen Lösungsfindung unterstützen.

2.   Wir beleuchten als „Fragesteller“ gemeinsam mit den Personen vor Ort ein Problem, einen Konflikt oder aber auch eine Projektidee und zwar so, dass neben den herkömmlichen Sichtweisen der Anwesenden durch gezielte Fragestellungen auch neue Perspektiven bedacht und eingebracht werden. Oft entstehen dadurch bereits erste Lösungsansätze.

3.   Wir als Berater/-innen gehen davon aus: Die „Lösung“ liegt im „System“. Das heißt, die Personen vor Ort mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen wissen am besten, was funktioniert und was nicht und was sie aktuell gerade brauchen. Als Berater/-innen helfen wir die verschiedenen Ideen zu sammeln, zu prüfen und eine Planung für die nächsten nötigen Schritte hin zur Zielerreichung zu entwickeln, Verantwortlichkeiten festzulegen und Ergebnisse zu dokumentieren.

4.   Da gute Lösungen nicht immer gleich von heute auf morgen zu finden und umzusetzen sind, halten wir als Berater/-innen Veränderungsprozesse vor Ort am Leben (haben den „Hut“ auf). Das gemeinsam festgesteckte Ziel vor Augen, motivieren wir die Beteiligten durch ansprechende Methoden, effektives, zielorientiertes Arbeiten, gemeinsame Reflektion und Anerkennung.  

5.   Durch die vernetzte Arbeit in einem bereichsübergreifenden Berater/-innen-Team bringen wir viele unterschiedliche Perspektiven und fachliche Kompetenzen in die Beratungsprojekte ein.


Wir als „Berater/-innen für Ehrenamt“ können Sie unter anderem in folgenden Bereichen unterstützen: 

  • Konzeptentwicklung und Umsetzung, z.B. Ehrenamtskoordination; Willkommens- und Anerkennungskultur; zielgruppengerechte Ehrenamtsangebote
  • Öffentlichkeitsarbeit, Ansprache von Zielgruppen und Integration neuer Ehrenamtlicher
  • Moderation und Methoden zu Austausch und Vernetzung; Konflikte und Konfliktbewältigung
  • Motivation aktiver und derzeit nicht aktiver Helfer/-innen
  • verbandsinterne Kommunikation z.B. Umgang miteinander
  • Prozessbegleitung im Kreisverband z.B. Reflexion bestehender Strukturen und Anleitung von Veränderungsmaßnahmen
  • Nachwuchsförderung: Entwicklung und Austausch funktionierender Konzepte




Aktuelle Termine zur Ausbildung „Berater/-innen für Ehrenamt“:

Modul I:         Grundlagen der Beratung & Beratungsfelder im EA 
                       (26.-28.09.2014)

Modul II:        Prozesse begleiten & steuern (01.-02.11.2014)

Modul III:       Erfolgreich Arbeiten mit Ehrenamtlichen (29.-30.11.2014)

Anmelden kann man sich formlos per Mail unter: k.markwardt@drksachsen.de